In dieser Rubrik werden frühere Ausbildungsorte für examinierte Sprechstundenschwestern vorgestellt. Die Recherche der Medizinischen Fachschulen ist wegen schlechter Quellenlage, insbesondere zu Zahlen, sehr mühsam. Daher können hier erst nach und nach gesicherte Erkenntnisse und nachprüfbare Fakten veröffentlicht werden.
Hinweise sind willkommen!
Im Bundesarchiv bin ich fündig geworden. So verteilten sich die 61 Medizinischen Fachschulen unterschiedlicher staatlicher Trägerschaft in den 1970-er Jahren auf die Bezirke der DDR:

BArch DQ 110/2a, pag.79
Berlin 3 Bezirk Cottbus 1 Bezirk Dresden 5 Bezirk Erfurt 6 Bezirk Frankfurt/Oder 2 Bezirk Gera 4 Bezirk Halle 8 Bezirk Karl-Marx-Stadt 5 Bezirk Leipzig 6 Bezirk Magdeburg 4 Bezirk Neubrandenburg 4 Bezirk Potsdam 4 Bezirk Rostock 4 Bezirk Schwerin 2 Bezirk Suhl 3
Die meisten Medizinischen Fachschulen lagen in der Zuständigkeit des Ministeriums für Gesundheitswesen der DDR bzw. in den Universitätsstädten in der Zuständigkeit des Ministeriums für Hoch- und Fachschulwesen. Zudem gab es Fachschulen des Gesundheitswesens, zum Beispiel in Leipzig. Kirchliche Ausbildungsstätten sind in dieser Statistik nicht berücksichtigt.
Sprechstundenschwestern wurden nach jetzigem Erkenntnisstand nur in Berlin, Cottbus, Dresden, Erfurt, Halle/Saale, Leipzig / Wermsdorf (?), Magdeburg, Merseburg, Potsdam, Suhl, Wismar und Zwickau ausgebildet.
Die Angaben zu Leipzig / Wermsdorf wurden im November 2021 nach aktuellem Recherchestand aktualisiert.
Im Februar 2023 wurde nach Angaben einer Quelle die Medizinische Fachschule Eisenhüttenstadt neu aufgenommen.
Im Oktober 2025 konnte belegt werden, dass an der Medizinischen Fachschule „Walter Krämer“ am Bezirkskrankenhaus Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) Sprechstundenschwestern ausgebildet wurden. Diese Information war bis dato unbekannt und wurde ergänzt.

In einem Dokument „Berufsregister“ der damaligen Bundesanstalt für Arbeit von 1995/96 fanden sich umfangreiche Angaben zu in der DDR ausgebildeten Krankenschwestern und Krankenpflegern, Kinderkrankenschwestern und Sprechstundenschwestern.
Unter anderem wurden für das Jahr 1990 62 Medizinische Fachschulen, davon 5 in Brandenburg, 8 in Mecklenburg-Vorpommern, 17 in Sachsen, 12 in Sachsen-Anhalt, 13 in Thüringen und 3 in Berlin-Ost angegeben.
1990 studierten demnach 23.086 Personen in der Fachrichtungsgruppe 312 Krankenpflege und medizinische Assistenz, mit 38,3 % = 6.619 Personen die meisten in Sachsen, gefolgt von 4.597 Personen in Sachsen-Anhalt, 3.603 Personen in Thüringen, 3.152 in Brandenburg, 2.977 in Mecklenburg-Vorpommern und 2.138 in Berlin-Ost.

Von den 1990 Studierenden der Fachrichtungsgruppe 312 Krankenpflege und medizinische Assistenz entfielen 17.584 Personen auf Krankenpflege, 2.931 auf Kinderkrankenpflege, 61 auf Sprechstundenassistenz, 1.911 auf Stomatologische Assistenz, 410 auf Geburtshilfe und 189 auf Altenpflege.

Die meisten der 23.086 Personen studierten 1990 im Direktstudium (18.359), aber auch 4.672 im Fernstudium, 31 im Abendstudium sowie 24 im Zusatzstudium/Sonderstudium.

1990 studierten 19 Personen der Fachrichtung Sprechstundenassistenz im Direktstudium und 42 im Fernstudium.

14 Frauen absolvierten 1990 ihr Fachschulstudium in der Fachrichtung Sprechstundenassistenz.
(Stand Dezember 2025)
