Ein Nebensatz eines Beitrags über das Coswiger Heimatmuseum machte auf diese Poliklinik aufmerksam. Konkret ging es um einen Ausblick auf eine geplante Ausstellung über den nahezu vergessenen Künstler und Amateurfotografen Otto Erhardt. Und was hat das mit der Poliklinik zu tun?
Nach der Wende befanden sich Teile des Archivs der Karrasburg Museum Coswig, darunter Fotografien von Otto Erhardt, in der örtlichen Poliklinik. Sprechstundenschwester hat nachgefragt.
Poliklinik, Ärztehaus, Archiv, Verwaltung, Tanzkeller

Poliklinik Coswig (bei Dresden) im März 1984. Fotosammlung Karrasburg Museum Coswig
Anne Zabel, wissenschaftliche Mitarbeiterin, antwortete:
„Die im Artikel erwähnte Poliklinik wurde 1983 eingeweiht und befand sich im Neubau-Wohngebiet auf der Radebeuler Straße 9 in 8250 Coswig (heute 01640 Coswig). Nach der Wende 1989/90 wurde das Gebäude noch teilweise als Ärztehaus weiter genutzt. Aber auch die Sammlung des damaligen Coswiger Heimatmuseums war für einige Jahre in den Kellerräumen der ehemaligen Poliklinik untergebracht. Heute wird das Gebäude unterschiedlich genutzt. So befinden sich dort unter anderem die WBV Wohnbau- und Verwaltungs-GmbH Coswig, einige Arztpraxen sowie der arriba-Tanz & Fitnesskeller.“
In der Sammlung des Coswiger Heimatmuseums finden sich einige wenige Gegenstände aus dem DDR-Gesundheitswesen wie Pflaster, Verbände, Fieberthermometer sowie eine Babywaage der Mütterberatungsstelle in Brockwitz.
Zurück zum Fotopionier
Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Karrasburg eröffnet Ende August 2026 die Sonderausstellung „Ins Licht gerückt“. Schon die erste Sonderausstellung des Coswiger Heimatmuseum 1996 war dem international anerkannten Amateurfotografen Otto Ehrhardt (1869-1942) gewidmet. Ein Jahr zuvor hatte das Dresdner Kupferstich-Kabinett eine größere Auswahl seiner Fotografien präsentiert. In der Ankündigung heißt es:
„In Hainichen geboren, war Otto Ehrhardt seit 1893 als Lehrer in Coswig tätig, zeitweise auch als Schulleiter. Neben Beruf und Familie fand er noch Zeit für seine Leidenschaft, der “Liebhaberphotographie”. Er hielt sowohl Coswiger Stadtansichten und einfühlsame Porträts fest, wie auch romantisch geprägte Landschaften und historische Gebäude der Umgebung. Bis heute vermitteln diese Arbeiten einen gewissen Zauber der Vergangenheit und im Besonderen das künstlerisch geschulte Auge des Fotografen.“
Die Ausstellung „Ins Licht gerückt“ wird am Freitag, dem 28. August 19 Uhr, in der Karrasburg eröffnet. Sie läuft bis 15. November 2026. Das Museum befindet sich in der Karrasstraße 4 in Coswig (bei Dresden). Vom S-Bahnhof aus läuft man etwa sieben Minuten. Der Bus 405 verkehrt vom Bahnhof Coswig alle zwei Stunden bis zur Haltestelle: Coswig Zentrum/Börse, von dort sind noch 150 Meter zu Fuß zurückzulegen.
