Am 24. September 2026 veranstaltet der DBfK Nordost in Berlin ein Fachgespräch zum Thema „Ostdeutsche Identität im Pflegeberuf – Perspektiven für die demokratische Teilhabe in der Pflege“. Eingeladen sind Zeitzeuginnen, Pflegefachpersonen mit ostdeutscher Sozialisationserfahrung und Expert*innen mit entsprechenden Forschungsthemen.
Komplexe Geschichte ist bisher Randnotiz
In der Ankündigung heißt es:
„Die Berufsidentität in den ostdeutschen Bundesländern ist geprägt von einer komplexen Geschichte – zwischen Verklärung und Schuld, zwischen Stolz und Tabu. Bis heute kommt die Geschichte des Pflegeberufes in der DDR kaum in Publikationen, Lehrmaterialien oder öffentlichen Debatten vor. Vielmehr bleiben die Entwicklungen der professionellen Pflege in der DDR eine Randnotiz. Die Leerstelle wollen wir als DBfK Nordost gemeinsam erschließen.“
Erstes Fachgespräch zum Thema
Wie vor einem Jahr angekündigt, möchte sich der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe dem Thema intensiver widmen. In diesem ersten fundierten Dialog wird eine Auseinandersetzung über berufliche Identitätsmuster in der ostdeutschen Pflegegeschichte initiiert. Ziel ist es, relevante Forschungslücken für die zukünftige politische Arbeit zu identifizieren und innerhalb des Regionalverbands Vernetzung zu ermöglichen.
Zentrale Fragen werden sein:
- Wie haben ostdeutsch sozialisierte Pflegefachpersonen ihre professionelle Identität nach der Wiedervereinigung verhandelt?
- Welche Erfahrungen mit demokratischer Teilhabe und Partizipationsmöglichkeiten lassen sich aus der DDR-Pflegepraxis ableiten – und wo zeigen sich Brüche im wiedervereinigten Deutschland?
- Inwiefern wirken historische Arbeitsstrukturen, Kollektivierungserfahrungen und hierarchische Prägnanz bis heute nach?
- Wo bestehen konkrete Lücken in der Pflegeforschung, die möglicherweise politische Arbeit und demokratische Teilhabe unterstützen können?
Raum für intensiven Austausch
Das Fachgespräch findet am Donnerstag, dem 24. September 2026, 15 bis 19 Uhr, in der Geschäftsstelle des DBfK Nordost e.V., Alt-Moabit 91, 10559 Berlin, statt. Zur Anmeldung geht es hier.
Es sprechen unter anderem Professorin Andrea Thiekötter, die die wissenschaftliche Arbeit über die Potenziale des Berufsbilds Sprechstundenschwester als Zweitgutachterin betreut hat, und André Uebe.
Was das schlimme Aufmacherfoto damit zu tun hat
Dieses Foto ist KI-generiert. Dass Künstliche Intelligenz diskriminiert, ist bekannt. Sie kann nur mit Daten arbeiten, mit denen sie trainiert wurde. Der zugegeben sehr einfache Prompt lautete: „Krankenschwester, die einen Schanz’schen Watteverband anlegt“. Nun ja. Es hätte überrascht, wenn ein anderes Ergebnis herausgekommen wäre. Es wurden auch nur einmalig Token für diesen Test verbraucht.
Ostdeutsch sozialisierte Kranken-, Kinderkranken- oder Sprechstundenschwestern (damals hießen sie noch so und auf vielen Berufszulassungen ist das noch heute zu lesen) wissen, was ein Schanz’scher Watteverband ist. Am Unterarm wurde der nicht angelegt und so liederlich sowieso nicht. Über die zwei verschmolzenen Fachkräftearme reden wir gar nicht erst …
Wer weiß, bei welcher Indikation der Verband zum Einsatz kam und wer wendet die konservative Therapie heute noch an?
