3 Meldungen – ein Thema: #Pflege

Meldung Nummer 1. Zuerst ein herzlicher Glückwunsch! Die Journalistin Xifan Yang wurde mit dem Nannen Preis 2021 in der Rubrik „Egon Erwin Kisch-Preis“ ausgezeichnet. Über 700 Bewerbungen aller Mediengattungen waren dafür zu sichten und zu bewerten. Ihre in der ZEIT erschienene Reportage „Die Gesandte des Konfuzius“ gewährt einen authentischen Einblick in das Erleben einer chinesischen Pflegefachkraft in der deutschen Altenpflege. Sehr lesenswert!

Zu den weiteren Preisträgern: hier.

Meldung Nummer 2

Ulrike Döring, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen in Deutschland e.V. sowie Delegierte im Deutschen Pflegerat sagt im phoenix tagesgespräch, was sie über die GroKo-Pflegereform für Beschäftigte und Heimbewohner denkt. Zum Video: (ca. 5 min).

Meldung Nummer 3

Altenpflegekräfte verdienen in Deutschland deutlich weniger als Krankenpflegekräfte. Das zeigt die Statista-Grafik auf Basis von Daten der Bundesagentur für Arbeit. Das mittlere Bruttoentgelt vollzeitbeschäftigter Fachkräfte in der Krankenpflege liegt mit 3.539 Euro pro Monat rund 500 Euro über dem für Altenpflegefachkräfte. Entsprechendes zeigt sich auch bei Pflegehelfern: das mittlere monatliche Bruttoentgelt von Krankenpflegehelfern beträgt 2.675 Euro, das von Altenpflegehelfern 2.146 Euro (zum Vergleich alle Helfer: 2.334 Euro). Darüber hinaus gibt es laut Bundesagentur für Arbeit erhebliche regionale Entgeltunterschiede, zudem spiele die Art der Pflegeeinrichtung eine große Rolle bei der Höhe des Entgelts.

In der Corona-Pandemie ist die Debatte über eine angemessene Bezahlung von Pflegekräften erneut in Schwung gekommen. Die Politik reagiert jetzt: Kurz vor der parlamentarischen Sommerpause will die Große Koalition eine Pflegereform mit einer besseren Bezahlung von Pflegekräften auf den Weg bringen. Dafür will heute das Bundeskabinett Gesetzespläne von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) beschließen, die voraussichtlich auch noch im Juni vom Bundestag verabschiedet werden sollen. So soll unter anderem ab September 2022 die Zulassung von Altenheimen und Pflegediensten von einer Entlohnung nach Tarif abhängig gemacht werden.

Zur Definition der in der Grafik aufgeführten Qualifikationsniveaus: Experten haben eine mindestens vierjährige Hochschulausbildung absolviert oder verfügen über eine vergleichbare Qualifikation. Spezialisten haben eine Meister– oder Technikerausbildung absolviert oder verfügen über einen Fach-/Hochschulabschluss. Fachkräfte haben eine mindestens zweijährige Berufsausbildung absolviert. Helfer umfassen u.a. Personen ohne Berufsausbildung. (statista)

 

Schauen wir einmal zurück zum hier am 1. Mai 2020 veröffentlichten Artikel „Anerkennung kostet“, in dem auch das anhaltende Dilemma von im Pflegedienst beschäftigten Sprechstundenschwestern (mindestens 3 Jahre Fachschulstudium) thematisiert wurde.

 

Memo: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am 5. Oktober 2020 zur geplanten Pflegereform:

„Pflege ist die soziale Frage der 20er Jahre.”

Sprich: Die Löhne für Pflegekräfte sollen erhöht, Leistungen für die Pflege zu Hause verbessert und die Pflegekosten für Heimbewohner gedeckelt werden.

(Be)Merke: Das BMG differenziert Qualifikationsniveaus von Pflegekräften zu wenig.

 

Foto: Screenshot Bundesgesundheitsministerium

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