Zwei Jahre online – eine Zwischenbilanz

Im Mai 2019 ging die Webseite Sprechstundenschwester.de nach knapp vier Wochen Beta-Phase „richtig“ online. Wie ist die Resonanz? Welche Erfolge gab es? Und was kommt noch?

„Exotisch und degradiert“ war der erste Online-Artikel überschrieben, veröffentlicht am 6. April 2019. An erster Stelle der beliebtesten Beiträge steht er heute nicht, allerdings nur, weil die Zugriffe erst nach Ende der Beta-Phase gezählt wurden. Unangefochtener Spitzenreiter ist bis jetzt „Gelernt ist gelernt?“, veröffentlicht am 1. Mai 2019. Die Gesamtaufrufe liegen bei über 62.000 von mehr als 16.000 Besuchern. Und das für ein Nischenthema, das nicht aggressiv beworben wird.

Doch statistische Zahlen sind nur eine Seite der Medaille. Viel wichtiger ist die gewonnene Sichtbarkeit für die nach wie vor aktuelle Thematik.

Die (gefühlt) am meisten gehörte Reaktion: „Das wusste ich nicht.“ Gleichstellungsaktivist*innen und Feminist*innen aus Ost und West (ja, auch Männer – und das ist gut so) schütteln den Kopf und wollen mehr wissen. Berufskolleginnen (bisher noch kein Mann eruierbar) melden sich und erzählen ihre Geschichte. Erfreuliche Interviewzusagen und Einladungen treffen ein. Archivmitarbeitende und Brancheneingeweihte engagieren sich mit für gesicherte Erkenntnisse. Das Interesse an ungewöhnlichen Biografien steigt. Die Lust am Hinterfragen politischer (Fehl-)Entscheidungen auch.

Als größter konkreter Erfolg ist die schriftliche Bestätigung der Berufsanerkennung aus dem Bundesgesundheitsministerium zu nennen, die bis dato immer wieder bezweifelt und damit in der Praxis quasi aberkannt wurde. Aber ein JA aus dem BMG heißt nicht Gleichstellung beim Gehalt oder beim beruflich erlaubten Aufgabenbereich. Positiv ist auch, dass die durch das Fachschulstudium erlangte Hochschulzugangsberechtigung nicht mehr strittig ist, wenngleich die meisten Berufskolleginnen keinen Bildungsaufstieg mehr wagen werden oder können. Die öffentliche Wahrnehmung im Rahmen der Demokratie-Initiative 12062020 löste die Frage aus, ob nicht mehr Fokus auf politische Aktionen angebracht sei. Auch JA, aber nicht Kernziel dieses Projektes.

Was auch zur Wahrheit gehört: Nicht alle Menschen, die für ein Interview angefragt werden, sagen spontan zu. Für einige Aspekte ist ein sehr langer Atem nötig.

 

Es sind noch viele Nüsse zu knacken. Ist eine Frage geklärt, kommen hundert neue hinzu …

 

Foto: pixabay / Iris Hamelmann (80) / Bremen

 

Neu seit April/Mai 2021

In den letzten Wochen wurden die Rubrik „Begriffe“ vervollständigt und die neue Rubrik „findet“ eingeführt. Es konnten bei den Orten früherer Medizinischer Fachschulen Bilddokumente ergänzt, offene Fragen beantwortet und Informationen ergänzt werden. Rezensionen empfehlenswerter Bücher und Dokumentationen kamen hinzu.

Was kommt?

Begonnene Recherchen werden weitergeführt, sobald es die Corona-Pandemie zulässt, zusätzlich vor Ort.

Eine Kooperation mit Forschenden ist angefragt.

Ein Vernetzungstreffen von Berufskolleginnen? Gern, wenn sich noch mehr aktive Mitstreiterinnen finden.

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