Bewerbung für einheitspreis 2020 angenommen

Kein Tippfehler: Für die zum einheitspreis 2020 eingereichte Bewerbung von „Sprechstundenschwester – typisch ostdeutsch“ kann ab sofort online abgestimmt werden.

Es ist eins von 142 angenommenen Projekten in den Kategorien „Mensch“, „Kultur“, „Jugend“ und „Digitales“, die sich für den Bürgerpreis beworben hatten. Mit 67 gab es übrigens die meisten Vornominierungen in der Kategorie „Mensch“, gefolgt von Kultur (38), Digitales (21) und Jugend (16). Alle beweisen Menschlichkeit, erzählen Geschichten und fördern gegenseitiges Verständnis, so die ausschreibende Bundeszentrale für politische Bildung.

Das Besondere: Wer den Preis für solidarisches Handeln in Ost und West erhalten soll, entscheiden Bürgerinnen und Bürger entscheidend mit. Sie können bis zum 16. August 2020 online abstimmen, wer zu den 50 TOP-Nominierten für den einheitspreis 2020 gehören soll.

Prämiert werden „Menschen und Initiativen, die sich für die historische Wiedervereinigung einsetzen, als auch solche, die die Einheit aktuell leben und beispielsweise in Zeiten der Corona-Krise Mitmenschen in ganz Deutschland unterstützen“. Am 3. Oktober 2020 kürt eine Jury die 30 Preisträgerinnen und Preisträger.

Wie wird gevotet?

Pro Kategorie darf eine Stimme vergeben werden. Für das Projekt, das Sie am meisten überzeugt, klicken Sie das das Ampelfigur-Icon an.

Für wen habe ich gestimmt?

Jedes vorgestellte Projekt hat es verdient zu gewinnen. Einige haben bereits andere Auszeichnungen erhalten. Obwohl verlockend und möglich, habe ich natürlich nicht für mein eigenes Projekt gestimmt. „Sprechstundenschwester – typisch ostdeutsch“ wurde übrigens in die Kategorie Mensch, Unterkategorie Bildung eingeordnet.

In der Ausschreibung hieß es: „Unter die Kategorie „Mensch“ fallen Engagierte, die durch ihren ehrenamtlichen und beruflichen Einsatz dafür gesorgt haben, dass ihre Mitmenschen im Osten und Westen nicht allein gelassen werden und die Unterstützung bekommen, die sie benötigen. Projekte und Personen in dieser Kategorie haben sich in ihrer unmittelbaren Umgebung und darüber hinaus für das Zusammenwachsen der Gesellschaft stark gemacht und Menschlichkeit bewiesen.“

Diesen Favoriten gab ich meine Stimme:

Kategorie Mensch: StraßenGEBURTSTAG

Den Geburtstag eines Obdachlosen feiert niemand – oftmals nicht mal er selbst. Das soll sich ändern. Beim StrassenGEBURTSTAG bringt ein gemeinnütziger Hamburger Verein durch gemeinsame Veranstaltungen Obdachlose und Schenker zusammen. Bei einem schönen Abendessen mit Live-Musik können sie sich austauschen und alle Barrieren fallen lassen, die sonst auf der Straße bei einer zufälligen Begegnung im Weg stehen – eine Begegnung auf Augenhöhe im geschützten Rahmen.

Warum?

Weil es eine einfache und überregional respektable Idee ist, die Barrieren abbaut und emotional berührt.

 

Kategorie Kultur: 30 Jahre – 30 Paare – gemischtes Doppel

Seit den 90ern reflektieren u. a. Sozialwissenschaftler die Konstellation West-Mann/Ost-Frau und umgekehrt. Dieses Thema möchte der Potsdamer FÜR e. V. anhand einer Ausstellung im öffentlichen Raum mit Fotos von Ost-West-Paaren aufgreifen und damit die gesellschaftliche Wiedervereinigung und Spaltung in den Fokus stellen. Ein Ost-West-Projektteam suchte hierfür im Land Brandenburg nach solchen »Gemischten Doppeln«. Dabei entstanden 30 Porträts, die zum Tag der Deutschen Einheit in Potsdam präsentiert werden.

Warum?

Weil die Deutsche Einheit mit all ihren Aspekten so auf kleinster verständlicher Ebene greifbar wird.

 

Kategorie Jugend: Die verlassenen Kinder

Es ist eine Dokumentation dreier Gymnasiast*innen aus Baden-Württemberg, die das Schicksal vieler Kinder aufzeigt, welche von ihren Eltern kurz nach der Wende alleine im Osten zurückgelassen wurden, weil ihre Eltern von Wohlstandssehnsucht getrieben ohne sie in den Westen gingen, um ein neues, besseres Leben zu beginnen.

Warum?

Weil die Schülergruppe eine Thematik aufgreift, die im öffentlichen Diskurs nicht vorkommt und weil ich weiß, wie schwierig so eine Recherche ist.

 

Kategorie Digitales: 30 Jahre Deutsche Einheit – Deine Geschichte – unsere Zukunft

In 20 Digitalen Erzählsalons erzählen Menschen aus Ostdeutschland, wie sie Veränderungen seit der Wiedervereinigung erlebt haben: in ihren Regionen oder fokussiert auf bestimmte Themen wie z.B. „Arbeit“, „Frauen“, „Demokratie“ und „Bildung“. Menschen verschiedener Generationen, Milieus und Herkunft tauschen dabei ihre Erfahrungen aus. Das Teilen von Erfahrungen schafft Zusammengehörigkeit. Es entsteht ein Archiv von ca.140 Geschichten. Diese können über Youtube abgerufen und kommentiert werden.

Warum?

(Nicht nur) Weil ich selbst zur Teilnahme eingeladen wurde und erleben durfte, wie echter Austausch zwischen Ost und West zu Aha-Effekten, Verständnis und Wertschätzung führen kann.

 

Hier können Sie für Sprechstundenschwester stimmen . Danke!

 

 

Foto (Repro DM): DDR-Wartezimmer-Schild

 

 

Update nach der Abstimmungsphase vom 20. August 2020:

Das Projekt Sprechstundenschwester” wurde leider nicht unter die Top 50 Nominierten aus den vier Kategorien “Mensch”, “Kultur”, “Jugend” und “Digitales” gewählt. Denoch bescheinigte die Bundeszentrale für politische Bildung ihm “eine großartige Initiative und ein wertvolles Zeichen anlässlich der Feierlichkeiten zu 30 Jahre Deutsche Einheit und dem Ziel, eine solidarische Gesellschaft zum Beispiel in der Corona-Pandemie zu organisieren, gesetzt haben.”

Das sind die TOP 50.

Update nach der Verleihung am 2. Oktober 2020:

Ich gratuliere allen Preisträger*innen und freue mich, dass drei meiner Favoriten (jeweils Bronze) darunter sind.

Gemischtes Doppel – Open air-Ausstellung auf der EinheitsExpo in Potsdam.

 

Foto: Dagmar Möbius

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