Eine aussterbende Spezies

Examinierte Sprechstundenschwestern (-Pfleger sind bisher nicht bekannt, aber selbstverständlich mitgemeint) sind – wie einige andere DDR-Berufe – akut vom Aussterben bedroht.

Die Ausbildung/das medizinische Fachschulstudium gab es in der DDR ab Mitte der 1970er bis Ende der 1980er-Jahre. Angenommen, Studierende waren Anfang 20, sind die ersten Absolventen heute bereits im Ruhestand. Die letzten Jahrgänge haben noch zwischen zehn und 15 Jahren zu arbeiten. Aber wie und wo?

Wie viele Personen ein Staatsexamen als Sprechstundenschwester abgelegt haben, ist nicht exakt bekannt. Noch heute hören selbst viele Archivangestellte den Begriff zum ersten Mal.

Auch die Deutsche Rentenversicherung, die sonst nahezu alle wichtigen Daten über ihre Versicherten hat, kann keine Auskunft geben. Der Rentenatlas, eine Statistik, beantwortet nicht, welche berufliche Erstqualifikation Versicherte absolviert haben. Damit bleibt unklar, wie viele Personen einer Berufsgruppe angehören, noch wie viele Versicherte mit einem bestimmten Berufs- oder Studienabschluss heute noch berufstätig sind.

“So detaillierte Daten werden von uns mangels Notwendigkeit nicht erhoben bzw. statistisch ausgewertet (auch nicht im Rahmen der LeA-Studie)”, teilt Dirk Manthey von der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation der Deutschen Rentenversicherung Bund mit.

Das Forschungsprojekt LeA untersuchte im Jahr 2016 die Lebensverläufe und die Altersvorsorge der Menschen im Alter von 40 bis 60 Jahren (Geburtsjahrgänge 1957 bis 1976) und ggf. ihrer Partner in Deutschland. Insgesamt wurden 9.447 Personen befragt. Die Datenerhebung der gemeinsamen Studie von Deutscher Rentenversicherung Bund und Bundesministerium für Arbeit und Soziales erfolgte durch das Sozialforschungsinstitut Kantar Public. Aus der Analyse der Erwerbsverläufe sollten Erkenntnisse gewonnen werden, wie sich Erwerbstätigkeit, aber auch Kindererziehung, Pflege, Krankheit, Arbeitslosigkeit, im Ausland verbrachte Phasen auf die Alterssicherung auswirken. Die Ergebnisse wurden Ende 2018 veröffentlicht.

Lehrbuch aus dem Verlag Volk und Gesundheit Berlin 1973

 

 

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