Zahlen, Zahlen, Zahlen …

Wer sich mit spezifischen Fragestellungen zum DDR-Gesundheitswesen beschäftigt, sucht kompakte, leicht zugängliche Informationen. Aufwändige Archivrecherchen sind notwendig, aber nicht jedes Archiv hat auf alle Fragen eine Antwort. Die Suche nach gesicherten Zahlen war im Bundesarchiv zum Teil erfolgreich. Hier eine erste Auswertung zu Sprechstundenschwestern im Verhältnis zu anderen medizinischen Berufsgruppen. Aus Gründen der Vergleichbarkeit beziehen sich die Stichproben auf das Jahr 1978 bzw. die 1970-er Jahre.

  • Das medizinische DDR-Fachschulstudium der Fachrichtung „Sprechstundenassistenz“ wurde von 1974 bis 1989 in Berlin, Cottbus, Dresden, Erfurt, Halle/Saale, Magdeburg, Potsdam, Wismar und Zwickau (3 Jahre Direktstudium oder 3,5 Jahre Fernstudium) angeboten. Zuvor gab es kürzere Berufsausbildungen für Sprechstundenschwestern bzw. Sprechstundenhelferinnen.
  • Im Jahr 1974 wurden 4.135 Personen für ein Direktstudium in der Fachrichtung Krankenpflege zugelassen – 1977 weist die Fachschulstatistik 3.535 Abschlüsse aus (vgl. 1980: 5.814 Zulassungen, 4.954 Abschlüsse).
  • Im Jahr 1974 wurden 602 Personen für ein Direktstudium in der Fachrichtung Sprechstundenassistenz zugelassen – 1977 sind 585 Abschlüsse ausgewiesen. (vgl. 1980: 6 Zulassungen nur für Fernstudium, 794 Abschlüsse).
  • Im Jahr 1978 arbeiteten 8.578 Sprechstundenschwestern in staatlichen örtlich- und zentralgeleiteten Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens, die meisten (1.163 = 6,3 pro 10.000 Einwohner) im Bezirk Halle, die wenigsten (220 = 3,7 pro 10.000 Einwohner) im Bezirk Schwerin.
  • Von 8.528 statistisch erfassten Sprechstundenschwestern arbeiteten im Jahr 1978 191 in stationären Einrichtungen, 8.178 in ambulanten Einrichtungen, 22 in Heimen des Sozialwesens und 38 in Krippen und Dauerheimen.
  • Von 66.647 statistisch erfassten Krankenschwestern /-pflegern waren im Jahr 1978 36.737 in stationären Einrichtungen, 21.448 in ambulanten Einrichtungen, 4.149 in Heimen des Sozialwesens sowie 2.099 in Krippen und Dauerheimen beschäftigt.
  • Vergleichsweise arbeiteten 393 Stomatologische Schwestern im Jahr 1978 in stationären Einrichtungen, 7.642 in ambulanten Einrichtungen, 5 in Heimen des Sozialwesens und 40 in Krippen und Dauerheimen.
  • Von 30.849 statistisch erfassten Krippenerzieherinnen waren im Jahr 1978 132 in stationären Einrichtungen, 147 in ambulanten Einrichtungen, 71 in Heimen des Sozialwesens und 30.237 in Krippen und Dauerheimen beschäftigt.
  • Für das Jahr 1978 weist die Statistik insgesamt 444.004 Beschäftigte im staatlichen Gesundheits- und Sozialwesen der DDR aus. Davon waren 49.360 Hochschulkader und 183.855 Fachschulkader in medizinischen Berufen. Hinzu kamen 1.555 Personen mit Meisterqualifikation, 78.704 Facharbeiter in medizinischen Berufen sowie 138.311 Beschäftigte ohne Berufsausbildung, davon 37.391 Personen als medizinische Hilfskräfte.

(Stand: 10/2019, Quellen: BArch)

 

Schautafel „Beim Arzt“ aus dem Volk-und-Wissen Volkseigener Verlag Berlin. Die Grafik stammt von Erich Melcher. Zu sehen in einer kleinen poliklinischen Abteilung im DDR-Museum Pirna.

Foto: Dagmar Möbius

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