Zwischen den Jahren

Mein Projekt Sprechstundenschwester ins digitale Leben zu schicken, gehört zu den wichtigsten Entscheidungen des Jahres 2019. Obwohl erst seit knapp zehn Monaten online, verzeichnet die Seite stetig steigende Zugriffszahlen – und das, obwohl sie wegen limitierter Zeitressourcen nicht beworben wird und auch (noch) keine eigenen Social-Media-Kanäle füttert.

Überraschend: Was Nutzer*innen am meisten interessiert, ist nicht immer das, woran ich monatelang recherchiert habe. Die im Archiv entdeckten und nun erstmals hier veröffentlichten Zahlen von examinierten Sprechstundenschwestern scheinen beispielsweise weitaus weniger spannend zu sein als Rezensionen. Hier führen ganz klar die Musiktitel. Und es sind weitere Trends bei den Beiträgen abzulesen.

Zu den dauerhaft beliebtesten Texten gehören neben den bereits veröffentlichten Porträts „Exotisch und degradiert“, „Gelernt ist gelernt?“ und „Viva Gemeindeschwestern“ – hier besteht ein klarer Bezug zum vergessenen Berufsbild. Das Interesse an den Statements der Anerkennungsbehörden steht proportional im Verhältnis zu den bisher bekannten Ausbildungszahlen in den ehemaligen DDR-Bezirken – es führt das heutige Bundesland Sachsen-Anhalt.

Sehr erfreulich und inspirierend sind die vielen Begegnungen mit Menschen, die kleine Puzzleteile zu den Recherchen beitragen. Ich bin vielen Unterstützer*innen dankbar für wertvolle Tipps, Zeit, nötige Korrekturen und die Bereitschaft zu persönlichen Gesprächen. Dass diese zukünftig mehr Personen, insbesondere ehemalige oder noch aktive Sprechstundenschwestern ermutigt, auch öffentlich sichtbar zu werden, wünsche ich mir für das neue Jahr.

Auf wiederholten Wunsch habe ich nun für diese Plattform einen eigenen DSGVO-konformen Newsletter-Bezug eingerichtet – Einschreiben ist auf der Startseite möglich.

Und ich werde das Projekt im kommenden Jahr erstmals beim Geschichtsmarkt in Dresden vorstellen.

 

Foto: Archiv Ärztehaus Dresden-Blasewitz

Die Aufnahme entstand 1969 – vermutlich in der Weihnachtszeit – in der damaligen Poliklinik Blasewitz, Nähe Schillerplatz. Wer kennt die abgebildete Schwester oder kann Angaben machen?

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