Bis zur Grundrente 53 Jahre beruflich pflegen

„Um eine gesetzliche Rente in Höhe des aktuellen bundesdurchschnittlichen Bruttobedarfs in der Grundsicherung in Höhe von 814 Euro (Stand Dezember 2019 laut Antwort BMAS) zu erhalten, müssen auf Basis eines Stundenlohns von 11,60 Euro/h und einer 30-Stundenarbeitswoche 62 Jahre gearbeitet werden, bei einer 35-Stundenwoche 53 Jahre.“

So steht es in einer diese Woche verbreiteten Meldung der Fraktion DIE LINKE im Bundestag. Die zugrunde liegende Antwort des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales geht auf eine schriftliche Frage der Abgeordneten Pia Zimmermann zurück. Sie wollte wissen, „wie viele Jahre für den ab Juli 2020 geltenden Mindestlohn für Pflegehilfskräfte gearbeitet werden muss, um eine Rente in Höhe der Grundsicherung zu erhalten.“ Zahlreiche Medien verbreiteten die Information bundesweit.

Normalerweise veröffentliche ich keine Pressemeldungen. Das Thema Grundrente ist jedoch hochaktuell und brisant. Zudem veranschaulicht es einmal mehr, dass die Erhöhung des Mindestlohns in der Pflege lange überfällig war.

Es ist klar, dass jede Erwerbsbiografie unterschiedlich ist und zahlreiche Faktoren wie Kindererziehungszeiten, Teilzeitarbeit oder familiäre Pflege die Rentenberechnung beeinflussen. Eine fiktive Berechnung ist immer mit Vorsicht zu betrachten.

Aber: Die Bundesregierung zieht in ihre (nur teilweise erfolgten) Berechnungen erst die künftigen Verdienste ein. Sie verweist darauf, dass „insbesondere Pflegefachkräfte im Regelfall über einen -auch kollektivrechtlich vereinbarten – Lohn deutlich oberhalb des aktuellen und auch oberhalb des zukünftig geltenden Mindestlohns, der bis 2022 auf bis zu 15,40 Euro für Pflegefachkräfte steigt“, verfügen.

Fazit von Pia Zimmermann, pflegepolitische Sprecherin ihrer Fraktion im Bundestag:

„Der aktuelle Mindestlohn, vor allem der für Pflegehilfskräfte, schützt weder vor Armut trotz Vollzeittätigkeit noch vor Armut im Alter, weder der im Westen, und der im Osten schon gar nicht. […]“

Zum Weiterlesen: 53 Jahre Arbeit für Rente auf Niveau der Grundsicherung

 

 

Foto: Barbara Bumm

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